Fragen und Antworten
Erfahren Sie in unseren „Fragen und Antworten“ unten, was sich derzeit in Europa im Bereich der Lebensmittelkennzeichnung tut.
Für weitere Informationen schreiben Sie uns gerne an: hello@blacked-out-ingredients.eu
Die Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung in der EU könnten sich bald ändern. Wenn die aktuellen Gesetzesvorschläge angenommen werden, könnte es unmöglich werden, zu erfahren, ob unsere Lebensmittel gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthalten.
Dies würde den Verbraucher:innen ein grundlegendes Recht nehmen: das Recht zu wissen, was wir essen. Unsere Entscheidungsfreiheit steht auf dem Spiel.
Bislang müssen alle gentechnisch veränderten Lebensmittel in der EU eindeutig gekennzeichnet sein.
Seit mehr als zwanzig Jahren entscheiden sich Verbraucher:innen in ganz Europa dafür, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu meiden. Als Reaktion darauf haben die meisten Supermärkte beschlossen, diese nicht anzubieten, und Landwirt:innen sehen keinen Vorteil darin, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen.
Gentechnisch veränderte Lebensmittel sind in der EU nicht verboten. Es gibt einfach keine Nachfrage danach.
Die EU erwägt neue Rechtsvorschriften, die die meisten gentechnisch veränderten Pflanzen von ihren GVO-Vorschriften ausnehmen würden. Die Pflanzen, die künftig von den Sicherheitsvorschriften ausgenommen sind, sind solche, die mit neuen Techniken wie CRISPR-Cas (“Genschere”) verändert wurden. Für diese würden die üblichen EU-GVO-Anforderungen nicht mehr gelten, wie eine verpflichtende Risikoprüfungen vor der Zulassung, die Kennzeichnung auf der Verpackung des Endprodukts oder Rückverfolgbarkeit.
Die neue Gesetzgebung stellt genbearbeitete Pflanzen den Pflanzen aus konventioneller Züchtung gleich. Doch die Genbearbeitung kann genetische Veränderungen bewirken, die durch konventionelle Pflanzenzüchtung unmöglich zu erreichen sind. Man kann nicht einfach davon ausgehen, dass die daraus resultierenden Pflanzen keine Risiken für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt bergen.
Zudem möchten die meisten Europäer:innen wissen, ob ihre Lebensmittel gentechnisch verändert sind. Die neue Gesetzgebung wird gentechnisch veränderte Lebensmittel praktisch unsichtbar machen und uns keine andere Wahl lassen, als sie zu kaufen und zu essen.
Umfragen in mehreren EU-Ländern zeigen, dass eine Mehrheit der Verbraucher:innen strenge Vorschriften und eine klare Kennzeichnung für alle Arten von gentechnisch veränderten Lebensmitteln wünscht, einschließlich der neuesten gentechnischen Methoden. Die Menschen möchten selbst entscheiden, ob sie gentechnisch veränderte Produkte kaufen und essen.
Landwirte sorgen sich um die Verunreinigung ihrer Felder, z. B. im ökologischen oder konventionellen GVO-freien Anbau.
Alle bisherigen Schutzmaßnahmen vor Verunreinigungen und auch die Haftungsregelungen sollen abgeschafft werden. Eine gentechnikfreie Lebensmittelerzuegung wird schwierig und sehr teuer.
Dabei wollen die Landwirte das anbauen, was die Verbraucher wollen: gentechnikfreie Lebensmittel.
Landwirte fürchten Konflikte und Rechtsstreitigkeiten, insbesondere wenn sie bewusst gentechnikfreie Pflanzen anbauen wollen. Landwirte befürchten auch eine Patentierungswelle. Denn neue Gentechnik-Pflanzen sind patentierbar. Patente behindern die freie Züchtung und führen zu noch mehr Konzentration am Saatgutmarkt. Das bedeutet weniger aber teurere Sorten und Abhängigkeit von den Patentinhabern - einigen wenigen großen Gentechnik-Konzerne.
Die neue Gesetzgebung käme großen Saatgutunternehmen zugute, die den kommerziellen Saatgutmarkt bereits dominieren. Sie halten die meisten Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen und hoffen auf einen leichteren Marktzugang ohne Sicherheitsprüfungen und Kennzeichnung.
Verbraucher:innen, Pflanzenzüchtende und Landwirt:innen würden den Preis dafür zahlen. Verbraucher:innen würden die Möglichkeit verlieren, sich für GVO-freie Lebensmittel zu entscheiden. Für kleine und mittlere Pflanzenzüchtungsunternehmen und Bäuer:innen könnten die Folgen existenziell sein.
Höchstwahrscheinlich wird das EU-Parlament Mitte Mai zum dritten Mal darüber abstimmen, ob auch der Einsatz von neuen GVO weiterhin gekennzeichnet werden muss.
Das EU-Parlament hat bereits zweimal über diese Gesetzgebung abgestimmt. Bereits 2024 beschloss es, eine Form der Kennzeichnung beizubehalten. Eine Mehrheit der nationalen Minister:innen entschied jedoch, dass wir im Unklaren gelassen werden sollten. Der derzeit vorliegende Text folgt der Sichtweise der Minister:innen.
Nun hat das EU-Parlament die Möglichkeit, dies zu ändern und das Recht auf Information für uns alle zu verteidigen.
Die EU-Abgeordneten müssen von Ihnen hören, bevor sie diese Entscheidung treffen. Dies ist unsere letzte Chance, zu verhindern, dass wir unser Recht darauf verlieren, zu wissen, was wir essen.
Bitte teilen Sie diese Nachricht: Informieren Sie Ihre Freunde und Familie über die bevorstehende Änderung der Kennzeichnung. Laden Sie sie auf unsere Website oder in unsere Messenger-Gruppen ein. Materialien zum Teilen finden Sie im Download-Bereich dieser Website.
Sie können Ihren EU-Abgeordneten auch über dieses einfache Tool hier schreiben (es dauert nur zwei Minuten): https://www.blacked-out-ingredients.eu/en/take-action/
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Verbände können diese Kampagne unterstützen, indem sie ihre Mitglieder dazu ermutigen, diese Initiative zu teilen und den Messenger-Gruppen beizutreten.